Fenster

Auf dieser Seite möchten wir Ihnen die Fenster unserer Kirche näherbringen. Sie werden unterteilt in vier große Werke: die Kriegsstraße, das Chorfenster, das Magdalenenfensterund das Rosenkranzfenster.

  1. 1. Kirchenfester

    Die Kriegsstraße

    Der Fries der Hochfenster - vom Künstler "Die Kriegsstraße" genannt - beginnt an der Südseiteoberhalb der Sakristei. Er zeigt in kräftigen Farben eine Ornamentik voller Dynamik, in der die endlose Kriegsstraße, durch Explosionen unterbrochen und aufgerissen, dargestellt wird. Im 1. Feld sehen wir ein Flugzeug mit roter Tragfläche aufsteigen - erinnernd an Bomber, die das Kampffeld mit Abwurf von sog. Bombenteppichen vorbereiteten.

    Das 2. Feld zeigt sich kreuzende gelbe und schwarze Flugbahnen von Geschossen von links und rechts unten.

    Im 3. und 4. Feld Leuchtkugeln, die zur Erhellung des nächtlichen Vorfeldes im Kampf hochgeschossen wurden.

    Die gelbe gebogene Linie vom 4. zum 6. Feld stellt die Flugbahn einer Granate dar, die im 6. Feld auftrifft und detoniert - eingefaßt in rote Felder, d.h. sie bringt Blut und Tod mit sich...

    Die gelben parallelen Streifen im 7. Feld erinnern an die sog. "Stalinorgel" in Russland, ein Geschütz mit 48 Rohren, aus denen auf einen Schlag 48 Granaten abgeschossen wurden...

    Im 8. Feld stehen über brennenden Dächern Lichtkugeln, Leuchtschirme - im Volksmund "Christbäume" genannt - die von feindlichen Bombern bei Nacht über den Städten zur Erleuchtung des Untergrundes zu Hunderten abgeworfen wurden, ehe das Bombardement begann: im Feld rechts unten eine platzende Brandbombe.

    Schließlich - im letzten 9. Feld Flammen über der brennenden Stadt. Auf der gegenüberliegenden Seite im letzten Feld sind hohe Wasserwogen zu erkennen, in die von oben Feuer hineinschießt: hier eine Erinnerung an den Seekrieg auf den Meeren.

    Im 2. hinteren Feld schießen Leichtspurgeschosse von Tieffliegern in Häuserdächer, die im folgenden Feld brennend gezeigt werden.

    Im 4. mittleren Feld ragt das Zeichen einer großen Sense auf, die gelbe Fäden wie goldene Ähren knickt und abschneidet - ein Zeichen für den mörderischen Krieg, der das Leben unzähliger Menschen abmäht.

    Im weiteren 5. Feld ist alles zerrissen und zerfetzt: die Wirkung einer Riesenbombe oder Atombombe, die alles ringsum weit und breit zerstört.

    Die letzten beiden Felder zum großen Fenster hin werden immer dunkler in blau, rot und schwarz. In das blutige Dunkelrot schießen zahlreiche blaue Kanonenrohre hinein... Der Krieg wird immer schlimmer, finsterer und aussichtsloser. Es wird höchst Zeit, dieses grausame Geschehen zu beenden... und da spielt am Rande des Dunkels eine Frau (oder ein Friedensengel) auf einer Fiedel das Lied des Friedens, das hinüberleitet in das große Chorfenster.

  2. Dank der Geretteten

    Fenster: Dank der Geretteten

    Der Kunstmaler Wilhelm de Graaf in Essen-Werden hatte sich als Heimkehret des 2, Weltkriegesschon zu Beginn der Bauperiode bereit erklärt, die Entwürfe für die Fenster kostenlos zu erstellen. Als Thema für das große Chorfenster wünschte Pfarrer August Halbe die Bearbeitung des Kapitels 3,51-90 beim Propheten Daniel: "Danklied der drei Jünglinge im Feuerofen", das einerseits der Thematik des gesamten Kirchenbaues als Dankeskirche für glückliche Heimkehr aus Krieg. Gefangenschaft und Bombenterror entspricht, das andererseits auch das liturgische Dankgebet des Priesters nach der Feier der Hl. Messe war und somit im Altarraum seinen richtigen Ort hat.

    Der Künstler hat die ihm gestellte Aufgabe hervorragend gelöst. Er sah in der Gestaltung des Chorfensters mit dem gewünschten Thema seine Hauptaufgabe, wobei ihm das Band der Hochfenster an den Seitenwänden als Hinführung zum Dankeshymnus diente.

    In der Höhe begann er mit der Darstellung des Dreieinigen Gottes; er wählte das Dreieck, wie es in der Ostkirche üblich ist; das geopferte Lamm ruht im Schoß des Vaters; der Heilige Geist im Bild der Taube betont durch seine umfassenden Flügel die Einheit, die Liebe, den Frieden des Dreifaltigen Gottes. Die Aussage der hl. Schrift, daß Gott in unzugänglichem Lichte (Tim 6,16) wohnt, ist angedeutet durch den goldgelben Strahlenglanz im obersten Feld. Ein Wachengel, dessen 6 Augen vorwärts und 6 Augen rückwärts gerichtet sind (Offb. 4,6-8), und ein farbloser Streifen unter der Herrlichkeit Gottes deuten den Abstand zwischen dem Heiligen Gott und den Geschöpfen an. Das feuerumrahmte Emblem gibt den Grund für das Danklied an: 3 Jünglinge werden von den mörderischen Flammen nicht versehrt; das Feuer wird durch das Erscheinen des Engels, der mit der erhobenen linken Hand die drei zum Vertrauen auf Gott ermuntert, unschädlich gemacht (gekennzeichnet durch die milden blauen Linien). Nach oben ist der Feuerofen zu Gott hin für das aufsteigende Dankgebet geöffnet. Der im Drachen dargestellte boshafte Tyrann, der uns auch an Satan erinnert, versucht vergebens, mit seinen Zähnen Unheil und Tod zu bringen; mit gelassener Geste stößt ihm der Engel von oben die Lanze in den Rachen - die Macht ist bei Gott, nicht beim Satan, und wer Gott vertraut und dient, wird gerettet.

    Durch die anbetenden Heiligen im rechten roten Streifen, die gleicherweise im Martyrium Gott die Treue gehalten und so das Heil erlangt haben, wird das Lob der Geretteten mitgetragen und bestärkt.

    Der Dankeshymnus bei Daniel ruft alle Kräfte dieser Welt zum Lobe Gottes auf: am Firmament sind es Sonne, Mond und Sterne, zuckende Blitze, Feuer und Glut, Tag und Nacht, Frost und Kälte, Regen und Schnee... und auf Erden Berge und Hügel, Meere und Flüsse, Pflanzen und Tiere, Vögel des Himmels... alle Geschöpfe preisen den Herrn.

    Der Aufforderung: " Ihr Menschenkinder preiset den Herrn!" hat der Künstler besonderen Nachdruck verleihen wollen, Zu ebener Erde treten je 7 Gestalten der Heilsgeschichte und der Kirchengeschichte auf, die nach ihrem Lebenskampf die Heimkehr ins himmlische Vaterhaus erleben durften.

    Adam und Eva, beide durch ein weißes Band zu ihren Häupten zum Ehebund vereinigt, doch von der Schlange versucht. Eva öffnet die Hand für die verbotene Frucht, Adam weist auf sich und 

    fordert seinen Anteil - so werden beide schuldig vor Gott. Hier beginnt das Ungeil der Menschheitsgeschichte einschließlich Mord und Krieg - aber auch die Verheißung von Vergebung und Heil.

    Abraham - im Gehorsam geprüft - opfert den Widder, nachdem Gott ihm die Opferung des einzigen Sohnes erlassen hat. - Vielen Eltern blieb das Opfer ihres Sohnes im Krieg nicht erspart... Gott will keine Menschenopfer, sondern von seinen Geschöpfen Gehorsam und Treue, die zum Frieden und zum Heil führen.

    Jona, der Profet, der nach feiger Untreue gegen Gott geflüchtet, über Bord geworfen und von einem Fisch gepackt worden war, erhält die Freiheit zurück, um nun den Auftrag Gottes zum Heil der Stadt Ninive zu erfüllen. Seine Gefangenenkleidung erinnert an die Kriegsgefangenschaft; mit ausgebreiteten Armen stürmt er der ersehnten Freiheit entgegen. Der junge Tobias kehrt nach langer Abwesenheit aus der Fremde heim. Die Liebe und Dankbarkeit gegen seine Eltern wird ersichtlich durch den mitgebrachten Fisch, mit dessen Galle er dem erblindeten Vater im Auftrag Gottes das Augenlicht wiedergeben konnte.

    Der römische Hauptmann schaut auf zum Gekreuzigten, dessen Herz er mit seiner Lanze durchstoßen hatte, und bekennt: " Wahrhaftig, dieser war Gottes Sohn!" - Ja, so stirbt kein Mensch; er erkennt in Christus den wahren Sohn Gottes und findet den rettenden Weg des Glaubens, wie es das Kreuz, der Anker und der goldene Ring über dem Hauptmann sagen: Zeichen für Glaube, Hoffnung und Liebe.

    St. Stephanus, der erste Märtyrer der Christenheit, mit der Siegespalme in der Rechten - Steine und Lilie über seinem Haupt als Hinweis auf seinen unschuldigen Martyrertod durch Steinigung - bekennt noch sterbend: " Ich sehe den Himmel offen..." Ja, bei Gott ist Rettung und Heil.

    Im 2. Abschnitt

    Laurentius, der als römischer Diakon die Kasse der Gemeinde (Geldbeutel im oberen Feld) verwaltet und die Armen zu betreuen hat. Als man das Geld beschlagnahmen wollte, wies er auf die Armen hin und sagte den Verfolgern: " Da sind die Schätze der Kirche!", woraufhin er mit einem glühenden Rost gemartert wurde. Auch er siegt und findet in der Treue zu Gott den Sieg.

    St. Sebastian, Offizier der Leibgarde des römischen Kaisers, wurde wegen seines mutigen Bekenntnisses zu Christus an einen Baum gebunden und mit Pfeilen erschossen. Mit dem Einsatz seines Lebens bleibt er beim Bekenntnis der Wahrheit.

    St. Martin, Offizier des römischen Reiches, später Christ und Bischof, teilte seine Soldatenmantel mit dem frierenden Bettler (über Martin dargestellt). Die Liebe drängt zur Hilfe und zum Frieden.

    St. Christopherus erfüllte am reißenden Fluß, dessen Brücke zum anderen Ufer abgerissen war, den Wunsch einer kläglichen Kinderstimme: " Hol über!" und erfuhr bei diesem Liebesdienst, daß er " Christusträger" geworden war. - Der rote Strom im Bild deutet auf die rote Flut von Krieg, Terror und Unfrieden in der Welt hin, über die St. Christopherus die Gefangenen in der unheilvollen Welt als Christi Brüder ans andere Ufer des Friedens heimtragen will. - Unüberhörbar bleibt hier das Flehen der Angehörigen in der Heimat und der verzweifelte Schrei der Beter in der Gefangenschaft: " Hol über!"

    St. Ludger, 1. Bischof von Münster, gründete die Abtei Werden an der Ruhr und verbreitete das Christentum im Ruhrgebiet. Als Kaiser Karl der Große ihn besuchte, betete er trotz dreimaliger Aufforderung zuerst die Tagespsalmen zu Ende und erklärte darauf dem unwilligen Kaiser, auch er habe diese Rangordnung anzuerkennen und dem Allerhöchsten den Vorrang zu geben, der Dienst vor Gott steht über dem Dienst am Kaiser. Die 2 Schwäne im oberen Feld erinnern daran, daß St. Ludger durch sein Gebet das Land von überhand nehmenden Schwärmen gefräßiger Schwäne befreite.

    St. Alfried, Bischof von Hildesheim, gründete das Stift und die Stadt Essen. Über ihm erkennen wir das Bistumswappen. - Von ihm ist das Wort überliefert: " Nur wer den Frieden in sich selbst trägt, kann ihn zu anderen bringen."

    St. Engelbert schließlich, furchtloser Erzbischof von Köln, erlag im Kampf für Freiheit, Recht und Frieden den Meuchelmörder aus seiner Verwandtschaft in der Nähe von Schwelm. Er hat durch 

    sein vergossenes Blut das Land an der Ruhr geheiligt. Über ihm das Wappen des Bergischen Landes mit dem Löwen.

    Der Kunstmaler Wilhelm de Graaff hat mit der Gestaltung dieser Fenster der Heimkehrer-Dankeskirche in Bochum-Weitmar und der Nachwelt eine gewaltige Symphonie in Disposition und Farbe geschenkt, die zugleich deutlich werden läßt, daß allem menschlichen Versagen zum Trotz Gott, der Herr und Schöpfer der Welt, allein Rettung, Heil und Frieden bringen kann und will, aber n

    icht ohne das Mittun der Menschen.

  3. Fenster: Umkehr und NachfolgeUmkehr und Nachfolge Christi als Weg des Heiles

    Dies wird im Magdalenenfenster beim Nebenaltar zum Ausdruck gebracht. Hier sind die 5 Stationen aus dem Leben der hl. Maria Magdalena, die in der Hl. Schrift aufgeführt sind, miteinander dargestellt:

    • Austreibung der 7 Dämonen (Lk 8, ) in der Mitte unten,
    • Salbung Jesu beim Festmahl in Bethanien (Lk 7,36-5) links oben,
    • am Fuß des Gekreuzigten Herrn (Mt 27,56.61) Mitteoben,
    • Gang der Frauen am Ostermorgen zum Grab (Joh 20,1 u. Mt 28,1-8) links unten,
    • Begegnung mit dem Auferstandenen (Mt 28,9) als "Gärtner" (Joh 20,11-18) rechts.

    In dieser Darstellung kommt noch einmal der Leitgedanke der Kirche zusammenfassend zum Ausdruck: Die Abkehr vom Bösen und die Hinwendung zu Gott mit dem leidenden und auferstandenen Jesus Christus ist der Weg der Heimkehr zum Frieden, zur Freude und zum Glück des Einzelnen wie auch für den Frieden aller Menschen guten Willens.

  4. Leben und Botschaft Christi sind unser Weg zum Frieden

    Fenster: Leben und Botschaft ChristiDas Rosenkranzfenster über dem Portal war der letzte Wunsch von Pfarrer August Halbe. Er konnte mit Freude nur den Entwurf sehen, den Herr Kunstmaler Nikolaus Bette aus Essen-Werden, früherer Schüler und Mitarbeiter des Herrn W. de Graaff, für unsere Kirche fertiggestellt hat. Kurz danach wurde Pfarrer Halbe infolge der schweren Gesundheitsschäden, die er in seiner langen Gefangenschaft erlitten hat, am 3. August 1974 aus seiner Arbeit in die Ewigkeit heimgerufen.

    Die Darstellung der 15 Rosenkranzgeheimnisse aus der Kindheit, dem Leiden und der Verherrlichung des Herrn mit seiner Mutter Maria über dem Portal ist wie ein Anruf an alle, die das Gotteshaus verlassen:

    • Bedenkt den Weg der Liebe, der Erlösung und des Heiles, den Jesus Christus für uns gegangen ist, in Herz und Sinn und
    • tragt seinen Frieden in der Nachfolge des Herrn in unser Leben und in unsere Welt hinein.

Weitere Informationen zu den Fenstern der Heimkehrer-Dankeskirche

Fotos zu den Abschnitten 2, 3, 4: H. Haferkamp