Wichtig: Das Programm der Festwoche können Sie hier als PDF runterladen. Die Termine können Sie natürlich auch direkt online einsehen.
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Am 12. Dezember 2009 blickt die Heimkehrer-Dankeskirche in Bochum-Weitmar auf ihren 50. Weihetag zurück. Dieses möchte die ehemalige Gemeinde Heilige Familie besonders begehen, mit einer Festwoche vom 07.-14. Juni 2009, zu der alle Gemeindemitglieder, Freunde und Nachbarn aus Weitmar-Mark und Neuling herzlich eingeladen sind. Mit dem 50. Heimkehrer-Danktag am 07.06.09 beginnt die Festwoche und endet am 14.06.09 mit dem Gemeindefest. Ein tolles Programm ist in Planung. U. a. führen in einem hinter der Kirche aufgebautem Festzelt Kinder des Kindergartens am 07.06.09 das Musical „Der Regenbogenfisch“ auf. Am 10.06.09 findet ein Comedyabend mit Franziska Mense-Moritz statt und die Volksbühne Bochum führt am 11.06.09 das Stück „Zurück zum Happy End“, eine Komödie von Frank Pinkus, auf. Schließlich findet im Rahmen des Pfarrfestes am 13.06.2009 ein Tanzabend statt. Es spielt die Band Skarabäus aus Bochum.
Zur Geschichte:
Der hochwürdigste Herr Erzbischof von Parderborn, Dr. Lorenz Jaeger, schrieb damals, dass ihm am Bau dieser Kirche in Weitmar-Mark sehr viel gelegen sei. Er hatte die Überzeugung, daß der Plan einer Heimkehrer- Dankeskirche ein gutes Echo finden werde.
Am 9. März 1958 konnte auf dem Gelände an der Karl-Friedrich-Straße der 1. Spatenstich erfolgen. Eine große Anzahl Heimkehrer sowie Gläubige aus Weitmar und Umgebung hielten am benachbarten Wallfahrtsort Stiepel eine Bittandacht für einen guten Beginn und ein gutes Gelingen des Werkes. In der Prozessionsordnung kamen sie im Schnee zum Baugelände.
Tief ergriffen schauten alle auf zwanzig Heimkehrer in russischer Winterbekleidung, die gleichzeitig mit Herrn Geistlichen-Rat und Pfarrer Ostendorf, einem Heimkehrer aus zwei Weltkriegen, den ersten Spatenstich tätigen wollte.
Am 26. Oktober 1958, knapp ein halbes Jahr nach dem 1. Spatenstich, wurde der Grundstein für das neue Kirchengebäude an der Karl-Friedrich-Straße in Weitmar-Mark durch Herrn Dechanten Ludwig Kräling, dem damaligen Pfarrer der Pfarrgemeinde Vierzehnheiligen, zu Ehren der Heiligen Familie von Nazareth unter dem besonderen Aspekt ihrer Heimkehr aus Ägypten gelegt.
In der im Grundstein hinterlegten Urkunde heißt es: „…Seit Jahrzehnten sehnten sich die Gläubigen im weit entlegenen Ortsteil Mark-Neuling nach einem eigenen Gotteshaus. Die Zeit der Not nach dem 1. Weltkrieg, der anschließenden Diktatur Hitlers und des 2. Weltkrieges machte diese Hoffnung zunichte. Der Wiederaufbau der im schrecklichen Kriege zerstörten St. Franziskuskirche verzögerte auch weiterhin den Gedanken an eine eigene Kirche in der Mark. Doch im rechten Augenblick kaufte die Gemeinde in den Jahren 1952 bis 1955 von drei Vertragspartnern ein großes Grundstück an der Karl-Friedrich-Straße. Nach dem Wiederaufbau der Kirche wurde am 1. Januar 1956 ein Kirchbausammelverein im Bezirk Mark-Neuling gegründet. Die Mutterkirche stiftete das Anfangskapital zu einem Baufonds in Höhe von 23.000,--. Wie bisher für die alte Pfarrkirche, so spendeten die Gläubigen im Bezirk Mark-Neuling nun für die neue Kirche. …“
1950 wurde Vikar August Halbe, der kurz zuvor aus russischer Kriegsgefangenschaft entlassen worden war, in der St. Franziskus-Gemeinde angestellt. Herr Pfarrer Adolf Ostendorf, der selbst schon seit 30 Jahren Pfarrer dieser Gemeinde war, übertrug ihm die Seelsorge im Bezirk Mark-Neuling. Zehn Jahre hatte Vikar Halbe die Härten des Krieges und der Kriegsgefangenschaft miterlebt und kannte die Versprechungen und Gelübde der Soldaten und Gefangenen, nach glücklicher Heimkehr ihrem Herrgott in besonderer Weise zu danken. So rief er die Heimkehrer für den Bau einer Dankeskirche auf. Nicht nur aus allen Gebieten Deutschlands, sondern auch aus fremden Ländern spendeten die Menschen. Mit Hilfe der Erzdiözese Paderborn und des Ruhrbergbaus wurden die Voraussetzungen für den Bau der Dankeskirche geschaffen.
Weiter heißt es in der Urkunde: „…Möge Gott alle Wohltäter dieser Kirche reichlich belohnen! Möge an dieser Stätte Christus, der König allezeit herrschen und alle feindlichen Mächte abwehren! Möge eine jungfräuliche Mutter Maria für alle, die hier beten werden, Fürsprache einlegen! Möge der hl. Josef den Arbeitern dieser Gemeinde Vorbild und Beschützer sein! Die hl. Familie von Nazareth möge jeder Familie dieser Gemeinde, die bald gegründet werden soll, allzeit voranleuchten!“
In den milden Wintermonaten 1958/59 gingen die Maurerarbeiten zügig voran. Die kirchliche Behörde der inzwischen neu gegründeten Diözese Essen stand an Hilfeleistung der Erzdiözese Paderborn in keiner Weise nach. Die Arbeiten für die Innengestaltung und Ausstattung wurden vergeben. Ihr Festtagskleid erhielt die Kirche durch die dynamische Fenstergestaltung nach den Entwürfen des Herrn Kunstmalers Wilhelm de Graaff, der selber in russischer Gefangenschaft war. Die Altargestaltung in Anröchter Dolomitstein, künstlerisch bearbeitet von Herrn Bildhauer Hubert Hartmann, wird es den Kirchenbesuchern leicht machen, die Aufmerksamkeit für das große liturgische Geschehen am Altar zu fördern.
Am 12. Dezember 1959 hat Herr Bischof Dr. Franz Hengsbach von Essen die Heimkehrerkirche konsekriert. Am gleichen Tag wurde vom Vatikansender in Rom ein Bericht über die Einweihung dieser Kirche in zwölf Sprachen ausgestrahlt, wodurch der Wille der Deutschen zu Frieden, Völkerverständigung und Völkergemeinschaft weit in die Welt hineingetragen wurde.
Für Vikar August Halbe, der auch der erste Pfarrer der neuen Pfarrgemeinde Heilige Familie wurde, für die Kriegsheimkehrer und für die Menschen im Stadtteil Weitmar Mark-Neuling wurde diese Kirche eine Stätte des Dankes für die Heimkehr aus Krieg und Gefangenschaft und ein Mahnmal für Versöhnung und Frieden. Ein Zeugnis davon legt heute noch eindrucksvoll die Krypta der Kirche ab, in der viele Gegenstände und Erinnerungsstücke von Kriegsgefangenen ausgestellt sind.
Jährlich am Sonntag nach Pfingsten findet in und an der Kirche der Heimkehrer-Danktag statt, an dem bis heute ehemalige Kriegsgefangene Gott für ihre glückliche Heimkehr aus Krieg und Gefangenschaft danken und ihrer gefallenen Kameraden gedenken.
Pfarrer der Heimkehrer Dankeskirche:
August Halbe (…), 1959 – 1969
Helmut-Martin Jägersberg, 1969 - 1991
Theo Schwens, 1992 - 2002
Norbert Humberg, 2002 bis heute
Um den Auftrag der Heimkehrer-Dankeskirche und auch das Mahnmal der Krypta zukünftig zu erhalten, ist im August 2008 der Förderverein Heimkehrer-Dankeskirche e. V. gegründet worden. Wünschenswert wäre es, dass möglichst viele Menschen, denen es ein Anliegen ist, die Heimkehrer-Dankeskirche zu unterstützen, diesem Förderverein beitreten. Nähere Informationen dazu, und auch zur Besichtigung von Kirche und Krypta, gibt es im Filialkirchenbüro.
Übrigens: Spezielle Termine im Jubiläumsjahr erfahren Sie hier.
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